PV-Ladung & Smart Load PV-Ladung und Intelligente Beladung (Puffer) Diese Seite beschreibt die erweiterten Funktionen des Pufferspeichers für PV-Eigenverbrauch und kaskadierten Mehrpuffer-Betrieb. Voraussetzung ist, dass der Puffer im Modus "Automatik Gleitend" läuft. 1. PV-Lademodus Bestimmt das Verhalten des Puffers, wenn der Energy Manager einen PV-Überschuss meldet. PV-Lademodus: Aus: Keine gesonderte Reaktion auf PV-Überschuss. Die Ladung erfolgt ausschließlich nach den regulären Betriebsmodus-Regeln. Statisch: Bei erkanntem PV-Überschuss wird der Puffer unabhängig von der aktuellen Systemanforderung auf eine feste PV-Ladetemperatur geladen. Dies ist eine "Power-to-Heat"-Funktion, um überschüssigen PV-Strom thermisch zu speichern. PV-Ladetemperatur: Die vordefinierte Zieltemperatur für den Puffer, wenn der PV-Lademodus auf Statisch eingestellt ist. Der Wert wird in Zehntelgrad eingegeben (z.B. 600 für 60.0 °C). 2. PV-Quellenauswahl (Master A / B) Bestimmt, welcher Wärmeerzeuger bei PV-Überschuss angefordert werden soll. PV-Quellwahl (Master): Master A (Standard): Die Anforderung geht an den primären Master (wie im Normalbetrieb, z.B. Wärmepumpe). Master B: Die Anforderung geht gezielt an den sekundären Master (z.B. einen elektrischen Heizstab oder eine zweite Wärmepumpe). Der primäre Master wird geschont. 3. PV-Priorität (manuell) Bei mehreren Pufferspeichern legt dieser Parameter fest, welcher Puffer bei PV-Überschuss Vorrang hat. PV-Priorität: Standard: Der Puffer wartet, wenn ein anderer Puffer mit aktivierter Priorität gerade lädt. Hoch: Der Puffer beansprucht die Beladung für sich und blockiert Puffer mit niedrigerer Priorität. Hinweis: Wird Sequentielle Ladung aktiviert, wird die manuelle Priorität durch eine automatische, modulnummern-basierte Reihenfolge ersetzt. 4. Sequentielle PV-Ladung (für Mehrpuffer-Anlagen) Koordinierte Beladung mehrerer Pufferspeicher bei PV-Überschuss. Statt alle Puffer gleichzeitig, werden sie der Reihe nach beladen: der erste Puffer wird zuerst auf eine Schwellentemperatur gebracht, dann erst startet der nächste. Sequentielle Ladung aktiv: Aus: Die manuelle Prioritätslogik (siehe Abschnitt 3) wird verwendet. Aktiv: Die Puffer werden basierend auf ihrer Modulnummer nacheinander geladen. Puffer mit niedrigerer Modulnummer haben automatisch höhere Priorität. Sequentielle Schwelle: Die Temperatur in Zehntelgrad (z.B. 550 für 55.0 °C), die ein Puffer erreichen muss, bevor der nächste Puffer mit der Ladung beginnen darf. Sequentielle Hysterese: Das Hysterese-Band in Zehntelgrad (z.B. 50 für 5.0 °C), um ein ständiges Umschalten zwischen den Puffern zu verhindern. Funktionsweise Bei PV-Überschuss beginnt der Puffer mit der niedrigsten Modulnummer (z.B. Puffer 1) zu laden. Erreicht Puffer 1 die eingestellte Schwellentemperatur (z.B. 55 °C), gibt er den nächsten Puffer frei. Puffer 2 beginnt nun zu laden, während Puffer 1 pausiert. Fällt die Temperatur von Puffer 1 unter die Schwelle minus Hysterese (z.B. 50 °C), nimmt Puffer 1 die Ladung wieder auf und hat wieder Vorrang. Diese Logik wiederholt sich, bis alle Puffer die PV-Ladetemperatur erreicht haben oder der PV-Überschuss endet. Beispiel (Schwelle 55 °C, Hysterese 5 °C) Schritt Puffer 1 Puffer 2 Aktion 1 40 °C lädt wartet Puffer 1 startet, da niedrigste Modulnummer 2 55 °C erreicht startet Puffer 1 gibt frei, Puffer 2 startet 3 sinkt auf 52 °C lädt Puffer 1 bleibt freigegeben (innerhalb Hysterese) 4 fällt auf 49 °C unterbrochen Puffer 1 unter 50 °C → übernimmt wieder 5 lädt auf 55 °C wartet Wiederholung 5. Intelligente Beladung (Smart Load) Unabhängig von PV: Der Puffer beobachtet den Ladestatus benachbarter Module (z.B. Boiler). Beendet ein Partner-Modul seine Ladung, prüft der Puffer, ob er noch Aufnahmekapazität hat. Falls ja, startet er sofort eine Ladung, um die Restwärme des noch heißen Wärmeerzeugers effizient zu nutzen und Brenner-Taktung zu vermeiden. Intelligente Beladung aktiv: Schaltet diese Funktion ein/aus. 6. Kühlbetrieb Der Puffer kann auch zur Verteilung von Kühlleistung dienen, wenn ein angeschlossener Wärmeerzeuger (z.B. eine reversible Wärmepumpe) im Kühlbetrieb läuft. Die Hysterese-Logik wird in diesem Modus invertiert: Die Ladung (jetzt: Kühlung) startet, wenn die Temperatur über dem Sollwert liegt. Es sind keine eigenen Einstellungen erforderlich – der Modus wird automatisch aktiviert, wenn der Master die Kühlanforderung meldet. Sicherheits-Hinweise Die PV-Funktionen benötigen einen aktiven Energy Manager im Modus "PV-Überschuss". Sequentielle Ladung und manuelle Priorität schließen sich gegenseitig aus. Bei Konfiguration mehrerer Puffer sollten die Modulnummern fortlaufend und ohne Lücken vergeben werden.